Das letzte Mal aus Costa Rica

Lang ist es her, dass ich von mir hab hören lassen. Aber ich habe die letzten Monate, die meine letzten in diesen Jahr waren einfach nur gelebt und genossen. Im Projekt war in letzter Zeit nicht so viel los und ich hatte dementsprechend Zeit für mich. So hatte ich oft die Gelegenheit Freunde im Dorf zu besuchen, viel mit meiner Gastmama zu machen oder meine Unibewerbungen ohne WLAN und in ständiger Kommunikation mit Mama auf die Reihe zu kriegen. An dieser Stelle mal ein großes Dankeschön an Mama!! Durch die viele Freizeit konnte ich aber auch Events miterleben, die ich vorher nie besucht hatte. Zum Beispiel den kulturellen Sonntag in Altamira oder die wöchentliche Tier-Auktion, die für die größtenteils landwirtschaftlich geprägte Region einen wichtigen Handelsplatz darstellt.


                                           
                                               
                                             Kultureller Abend in Altamira mit Marimba
                                           


Die wöchentliche Nutztier-Auktion in Coto Brus. Kein Anblick für schwache Nerven...

Über ein Erlebnis möchte ich aber nun mehr erzählen. Irgendwann im Juni kam meine Gastmutter auf mich zu und sagte zu mir, dass an jenem Abend eine Musikgruppe aus dem nächsten Ort in der Kirche spielen würde und sie mich gerne dabei hätte. Nichts ahnend bin ich natürlich mitgegangen, denn ein Konzert in Altamira ist was ganz Besonderes! In der Kirche angekommen kam es mir schon ein wenig seltsam vor, dass sich die sogenannte Musikgruppe mit inbrünstigen Gebeten warmgemacht hat. Nach zwei Liedern wurde dann ein Prediger bzw. Seher vorgestellt, der die folgenden DREI STUNDEN tranceartigem Gesang und Gebet angeleitet hat. Nach zwei Stunden stehen, klatschen und beten musste ich mich schließlich setzen weil mein Kreislauf einfach schlapp gemacht hat. Fest davon überzeugt, dass ich gerade die Erläuchtung habe und vom heiligen Geist berührt werde (es war ganz sicher nicht so) hat meine Gastmama noch lauter angefangen zu singen! Und wie das in Altamira so ist: Das ganze Dorf wusste am nächsten Tag bescheid. Bis zuletzt sind Leute auf mich zugekommen und wollten wissen wie das war als ich damals vom Heiligen Geist berührt wurde. Ich bin wirklich sehr offen für Neues und interessiere mich für andere Religionen auch wenn ich selbst nicht sehr gläubig bin. Trotzdem waren diese Veranstaltung und die Reaktionen darauf so ziemlich das Seltsamste was ich in Costa Rica erlebt habe!

Meine Cousine Lea hat mich dann im Juli für fast drei Wochen besucht und gemeinsam haben wir Panama und Costa Rica bereist. Nach einem leider etwas verregnetem Start in Panama (aber trotzdem wunderschönen Stränden) sind wir schließlich nach Costa Rica und haben es uns dort an der Pazifikküste und in Altamira gut gehen lassen. Sehr gefreut hat mich, dass Lea sich bei meiner Gastfamilie und in Altamira wie Zuhause gefühlt und es ihr hier mit am besten gefallen hat. Für mich war es immer wieder schön Leute von Daheim in meinem Dörfchen zu haben und zu sehen wie anders diese Altamira und die Menschen warnehmen.
Kurz drauf haben mich dann noch Janne und Josua besucht, zwei Freunde aus Deutschland, die gerade im 10. Monat ihrer Weltreise sind und einen Stop in Costa Rica eingelegt haben. Da wir alle viel im letzten Jahr erlebt haben und das auf sehr unteschiedliche Weise, waren die Gespräche mit ihnen für mich wirklich super interessant. Die beiden waren auch bei mir im Dorf und gemeinsam mit ihnen bin ich schweren Herzens schließlich aus Altamira abgereist. Aber nach ein paar Tagen am Strand mit den beiden, zwischen der Happy Hour im Hostel, ein paar Yoga Sessions und guten Gesprächen bin ich dann doch auf andere Gedanken gekommen.

Pommes Verkäufer vor der Skyline von Panama City

Panama City

Panama City 

Panama Hüte an jeder Ecke

Der Gegensatz zur hypermodernen Skyline ist die Altstadt

Der Hafen 




Im Wassertaxi auf dem Weg nach Bocas del Toro, einer kleinen Inselgruppe an der Karibikküste von Panama

Bocas del Toro

Bocas del Toro

Mal wieder im Wassertaxi

Altamira 

Weltuntergangsstimmung in Manuel Antonio 

Lea und Hundi Canelo beim Wandern

Mein Cousinchen und ich 

In Uvita

Uvita 

Diese Woche geht es dann schon Heim. Ein Anlass zur Freude und Trauer gleichzeitig und das ist auch gut so, denn nur eines der beiden Dinge zu fühlen würde bedeuten, dass irgendwas nicht richtig läuft. Ich bin traurig weil ich in diesem Jahr unglaublich liebe und tolle Menschen kennengelernt habe, die ich lange nicht sehen werde. Weil ich wunderschöne Momente erleben durfte und weil mir Costa Rica zu einer zweiten Heimat geworden ist, die ich nun verlassen muss. Bis ich wieder komme wird sich viel verändert haben, werde ich mich verändert haben und mich nicht die gleiche Situation erwarten wie letztes Jahr im August. Ich bin froh dieses Jahr so erlebt zu haben und würde es jederzeit wieder tun. Doch zwischen der ganzen Sentimentalität und dem Abschiedsschmerz weiß ich, dass meine Familie und Freunde in Deutschland auf mich warten, genauso wie ein neuer Lebensabschnitt. Ich gehe also mit einem lachendem und einem weinendem Auge nach Hause.

Das letzte Mal liebe Grüße aus Costa Rica!
Katja 



Hier noch ein paar Impressionen aus meinem Alltag...

Ein neuer Kaffeeröster für AsoProLa!

Wanderung rund um Altamira (rechts mein Gastvater Milson)

Wanderung

Mit einer Freiwilligengruppe im Gewächshaus von AsoProLa (zwischen über 3000 Kaffeepflanzen) 

Meine Mentorin, Gastschwester und gute Freundin Yessica und ich

Ausflug zu einer Quelle in der Nähe

Die Natur werde ich sehr vermissen...

...genauso wie das typische Frühstück. 






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